Mittwoch, 17. April 2024

Zum 5. Todestag - Regisseur John Singleton

John (Daniel) Singleton wurde am 6. Januar 1968 in Los Angeles, Kalifornien, USA, geboren. 

Nach der Scheidung seiner Eltern, wuchs er abwechselnd bei seiner Mutter Sheila Ward und bei seinem Vater Danny Singleton auf.

Singleton besuchte die "Blair High School" sowie das "Pasadena City College" und begann danach ein Studium an der "School of Cinematic Arts" an der "University of Southern California".

Dort wurden ihm für seine während des Studiums verfassten Drehbücher 1989 und 1990 der "Jack Nicholson Award" sowie 1989 der "Robert Riskin Award" verliehen.

1991 gab John Singleton mit dem Drama "BOYZ N THE HOOD - JUNGS IM VIERTEL" sein Debüt als Filmregisseur, das im Wesentlichen auf Erfahrungen aus seiner Jugend im von Rassenunruhen erschütterten South Central L.A. beruhte.

"In der Filmschule da sagen sie dir immer, du sollte über das schreiben, was du kennst. Und was kenne ich? Ich kenne South Central in Los Angeles". (1)

Für sein Erstlingswerk wurde Singleton mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Darunter 1991 mit dem "New York Film Critics Circle Award" als "Bester neuer Regisseur" sowie 1992 mit dem "ShoWest Award" als "Bester Drehbuchautor des Jahres" und mit einem "Special Award" für das "Regiedebüt des Jahres".

Hinzu kam, dass als erster Afro-Amerikaner und als jüngster Regisseur jeweils für einen Oscar in der Kategorie "Beste Regie" sowie in der Kategorie "Bestes Drehbuch" nominiert wurde. Damit schrieb Singelton Hollywood-Geschichte.

Neben diversen Preisen war der Film "BOYZ N THE HOOD - JUNGS IM VIERTEL" aber auch an den Kinokassen erfolgreich.

Bei einem Budget von 6,5 Millionen US-Dollar spielte der Film in den USA über 57 Millionen US-Dollar ein, der Singleton nicht nur zum Wegbereiter, sondern auch zu einen der bedeutendsten Regisseure des "New Black Cinema" machte.

"Mit diesem Film legte der seinerzeit 23-jährige John Singleton einen vielbeachteten Erstling hin. In den USA geriet das Werk in die Schlagzeilen, weil es im Zusammenhang mit Filmvorführungen zu Ausschreitungen und Gewalttaten kam.Das Sozialdrama zeigt die beinharte Realität in den Ghettos glaubhaft und ungeschminkt, wirkt aber gelegentlich allzu plakativ und geschwätzig." (2)

Nach "BOYZ N THE HOOD - JUNGS IM VIERTEL" folgten die Filme "POETIC JUSTICE" (1993) mit Janet Jackson und Tupac Shakur, "DIE REBELLEN" (1995) und "ROSEWOOD BURNING" (1997).

Am 12. Oktober 1996 heiratete er die Schauspielerin Akosua Busia, von der er sich aber am 15. Juni 1997 wieder scheiden ließ. Das Paar hatte eine Tochter, Hadar Busia-Singleton, zusammen.

2000 brachte der Regisseur John Singleton mit dem Remake "SHAFT", indem Samuel L. Jackson die Titelrolle spielte, den afro-amerikanischen Privatdetektiv aus den 1970er Jahren auf die Kinoleinwand zurück.

Nach "BABY BOY" (2001), "2 FAST 2 FURIOUS" (2003) und "VIER BRÜDER" (2005), drehte John Singleton 2011 mit "ATEMLOS - GEFÄHRLICHE WAHRHEIT" seinen letzten Kinofilm.

Danach war der Regisseur nur noch fürs Fernsehen tätig und drehte Folgen für TV-Serien wie "EMPIRE" (2015), "AMERICAN CRIME STORY" (2016), "REBEL" (2017) und "BILLIONS" (2017).

2017 schuf er zusammen mit Eric Amadio und Dave Androndie die Krimi-Serie "SNOWFALL", die die Crack-Epidemie in Los Angeles in den 80er-Jahren beleuchtet, für die er nicht nur als ausführender Produzent, sondern auch als Drehbuchautor und Regisseur in Erscheinung trat.

Am 17. April 2019 erlitt John Singleton einen Schlaganfall und wurde danach ins Cedars- Sinai Hospital, Los Angeles, Kalifornien, eingeliefert, wo er am 28. April 2019 verstarb.

© by Ingo Löchel

  • (1)    John Singleton
  • (2)    Prisma.de


Filmographie

  • 1.    Boyz n the Hood - Jungs im Viertel (1991)
  • 2.    Poetic Justice (1993)
  • 3.    Higher Learning/Die Rebellen (1995)
  • 4.    Rosewood/Rosewood Burning (1997)
  • 5.    Shaft/Shaft - Noch Fragen? (2000)
  • 6.    Baby Boy/John Singletons Baby Boy (2001)
  • 7.    2 Fast 2 Furious (2003)
  • 8.    Four Brothers/Vier Brüder (2005)
  • 9.    Abduction/Atemlos - Gefährliche Wahrheit (2011)

TV-Serien

  • 1.    Empire (1 Folge, 2015)
  • 2.    American Crime Story (1 Folge, 2016)
  • 3.    Rebel (1 Folge, 2017)
  • 4.    Billions (1 Folge, 2017)
  • 5.    Snowfall (2 Folgen, 2017-2018)

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