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Kohlrabenschwarz
Die deutsche Mystery-Serie „Kohlrabenschwarz“ basiert auf der gleichnamigen Hörspielreihe
von Tommy Krappweis und Christian von Aster.
Michael Kessler spielt hier einen Psychologen, der die Kripo Rosenheim
bei einer Serie ungewöhnlicher Fälle unterstützt, welche sich auf grausame
Märchenmotive beziehen.
In der ersten Folge “Böser Bub” geht es bereits um einen Fall, der sich auf ein düsteres Märchen bezieht...
...in dem Kinder entführt werden, die nach
Definition des Entführers böse oder unartig waren.
Dabei hält er sich relativ streng an die literarische Vorlage, weshalb
der Psychologe Stefan Schwaab, welcher der Polizei mit seinem Verdacht weit
voraus ist, zu dem Schluss gelangt, dass er sie am Ende tötet und verspeist.
Ein durchaus harter Stoff, wenn es auch am Ende recht unblutig bleibt, da das
Schlimmste noch verhindert werden kann.
Dass hier ein Michael Kessler als Hauptfigur in einer düsteren Mystery -
Serie zu sehen ist, könnte den einen oder anderen abschrecken, aber man
benötigt dann nicht sehr lange, um zu dem Schluss zu kommen, dass er
tatsächlich die perfekte Besetzung ist.
Das liegt vor allem an der Charakterzeichnung dieser Figur, die
intelligent, selbstironisch und mit einem erfrischenden Mangel an Respekt vor
Obrigkeiten angelegt ist, was Kessler hervorragend darstellt.
Zwar sind einige der anderen Figuren etwas überzeichnet, so etwa der von
Axel Milberg gespielte Kriminaldirektor, der alles, was Schwaab von sich gibt
belächelt und hinterfragt, oder der neue Mann an der Seite seiner Ex - Frau.
Dieser entpuppt sich als kämpferischer Pfarrer, der sich etwas zu schnell
als sympathischer Sidekick entwickelt und Schwaab im Finale beim Kampf gegen
den Finsterling unterstützt, als hätte er nie etwas anderes gemacht, als die
bösen Jungs zur Strecke zu bringen.
Davon abgesehen macht diese erste Folge schon mal sehr viel Spaß, was zum einen an der ungewöhnlichen, wenn auch nur leidlich spannenden und vorhersehbaren Story liegt.
Aber auch an den gut geschriebenen Dialogen und der
witzig trockenen Schlagfertigkeit des Hauptdarstellers, der den Spagat
hinbekommt, dieser Figur trotz der immer vorhandenen dezenten Komik etwas
ernsthaftes, authentisches zu verleihen.
KohlrabenschwarzInteressant ist hier auch, dass die Mystery - Elemente
erst ganz am Ende der ersten Folge erkennbar sind, was den bis dahin zwar sehr
düsteren aber “normalen” Fall in der letzten Minute noch in einem ganz anderen
Licht erscheinen lässt und neugierig auf die Fortsetzung macht.
Es zeichnet sich hier also bereits ein roter Faden ab, der sich durch die
fünf weiteren Episoden zieht, wobei schon die zweite Episode eine ordentliche
Schippe in Punkto Spannung drauflegt und hier dann auch der erste, ziemlich
blutrünstige Mord geschieht.
Das bayrische Setting funktioniert im Zusammenhang mit dem Mystery -
Gewand erstaunlich gut, zumindest aber wirkt es nicht störend und bringt einen
weiteren originellen Aspekt in die Serie hinein, die man aufgrund der nur sechs
Episoden an einem Wochenende schauen kann.
Wer Michael Kessler mal in einer etwas anderen Rolle sehen und ihn vor
allem darin glänzen sehen will, sollte hier mal reinschauen.
© by Stefan Robijn

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