Mittwoch, 14. Juli 2021

Horrorfilm: Dracula (1931)

Schon 1925 keimte in dem Regisseur Jean D. Williams die Idee zu dem Film "DRACULA". In dem Schauspieler BELA LUGOSI, den er in dem Stück "OPEN HOUSE" gesehen hatte, sah er den perfekten Dracula. 

Doch Copyright-Schwierigkeiten standen seinen Plänen im Wege, so dass Williams Lugosi weiterempfahl, so dass der Schauspieler 1927 in dem Bühnenstück "DRACULA" die Titelrolle erhielt. Das Stück wurde ein großer Erfolg und Lugosi stand insgesamt 265 mal als Graf Dracula auf der Bühne. 

Als Universal 1930 schließlich  eine Verfilmung von "DRACULA" in Angriff nahm, war Bela Lugosi für diese Rolle zunächst gar nicht im Gespräch. Stattdessen sollte LON CHANEY Sr. den Grafen Dracula spielen. 

Doch als Chaney am 26. August 1930 verstarb erhielt Lugosi schließlich doch die Rolle des Grafen Dracula, was sich für den Film als großer Vorteil herausstellte.

Unter der Regie von TOD BROWNING hatte "DRACULA" am 12. Februar 1931 seine Premiere in New York City. Zwei Tage später, am Valentinstag  des Jahres 1931, startete der Film in den US-amerikanischen Lichtspielhäusern und war auf Anhieb ein großer Hit an den Kinokassen. 

Zudem macht "DRACULA" den Schauspieler Bela Lugosi über Nacht zum Star und leitete die nachfolgende Horrorfilm-Welle der UNIVERSAL STUDIOS ein. 

Nicht zuletzt bei den weiblichen Zuschauern kam Bela Lugosis erotische Gewalt gut an, wie die Menge an Fanpost des Schauspielers aufzeigen sollte.  

"Der Film verdankt seinen damaligen Erfolg vor allem Lugosis fremdländischer, erotischer Ausstrahlung.“ (1)  

Mit dem Buch von Bram Stoker hatte die "DRACULA" -Verfilmung aber so gut wie nichts mehr zu tun. Stattdessen orientierte sich der Regisseur Ton Browning bei der filmischen Umsetzung des Dracula-Stoffes stark an dem gleichnamigen Bühnenstück von John Balderston und Hamilton Deane aus dem Jahr 1927. 

Schon zu Beginn des atmosphärisch dichten Filmes  fährt nicht Jonathan Harker, sondern der Makler Renfield nach Transsylvanien, um mit dem dort lebenden Graf Dracula über Londoner Immobilien zu verhandeln.

Auch sonst sind die einzelnen Personen des Romans im Film auf obskure Weise vertauscht. Mina ist im Film die Tochter von Dr. Seward (des Leiters der Irrenanstalt in der Renfield eingeliefert wird) der Amerikaner Morris taucht im Film gar nicht auf und die Figur des Professor Van Helsings wirkt ein bisschen farblos und hölzern. 

Dafür gibt der Renfield-Darsteller DWIGHT FRYE neben Lugosi wohl die beste Performance des ganzen Filmes ab. 

Der Horrorfilm "DRACULA" kam nie in die deutschen Kinos. Stattdessen erlebte der Horrorfilm seine deutsche Filmpremiere erst am 14. Januar 1970 im westdeutschen Fernsehen. 

"Die Verfilmung von Bram Stokers berühmter Vampirgeschichte verdankt seine Wirkung vor allem der Atmosphäre des Bösen, die Bela Lugosi als scheintoter Graf Dracula, der aus seinem Grab steigt, um Blut zu saugen, eindrucksvoll vermittelt. Seine darstellerische Kraft wird von späteren Epigonen kaum erreicht. Eindrucksvoll auch die Kamera-Arbeit von Karl Freund." (2)

© by Ingo Löchel

  • (1) Cinema Online
  • (2) Prisma Online


Dracula

(Originaltitel: Dracula)

USA 1931

Stab

  • Regie Tod Browning
  • Drehbuch: Garrett Fort
  • Nach dem Bühnenstück von Hamilton Deane und John L. Balderston
  • Kamera Karl Freund
  • Schnitt Milton Carruth, Maurice Pivar

Darsteller

  • Bela Lugosi als Graf Dracula
  • Helen Chandler als Mina Seward
  • David Manners als John Harker
  • Dwight Frye als Renfield
  • Edward Van Sloan als Professor Abraham Van Helsing
  • Herbert Bunston als Dr. Jack Seward
  • Frances Dade als Lucy Weston
  • Charles K. Gerrard als Martin

FSK: Ab 12 Jahren

Laufzeit: 75 Minuten

Deutschland-Premiere: Am 14. Januar 1970 im WDR

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