Montag, 6. September 2021

Hammer Film Productions: Dracula Rückkehr (1968)

In einem kleinen Dorf in den Karpaten in der Nähe von Schloss Dracula entdeckt ein junger Messdiener (Norman Bacon) die Leiche einer jungen Frau im Turm der Kirche. Die Frau ist ein weiteres Opfer des Grafen Dracula. 

Ein Jahr den Ereignissen kommt Monsignore Ernest Mueller (Rupert Davies) zu einem Routinebesuch in das Dorf, wo er  feststellen muss, dass  der Pfarrer (Ewan Hooper) seinen Glauben verloren hat. 

Zudem weigern sich Dorfbewohner, die Messe in der Kirche zu besuchen, weil sie immer noch Angst vor dem Vampir Dracula haben, der allerdings vernichtet wurde. 

Um den Spuk um Dracula für allemal ein Ende zu bereiten, geht der Monsignnore zum Schloss des Vampirs und bringt an dessen Tor ein großes Metallkreuz an. 

Als plötzlich ein Gewitter losbricht, flieht der Geistliche, stolpert aber und schlägt sich den Kopf an einen Stein an.

Der Monsignore bleibt bewusstlos am vereisten Bach des Schlosses Dracula liegen, indem der Vampir versenkt wurde. 

Doch das Blut aus der Kopfwunde des Geistlichen sickert durch Risse in der Eisdecke in Draculas Mund, wodurch der Vampir wiedererweckt wird.

Als er erwacht geht Monsignore Ernest Mueller ins Dorf zurück, wo er die Dorfbewohner beruhigt und in seine Heimatstadt Keinenberg zurückkehrt, wo er mit seiner verwitweten Schwägerin Anna (Marion Mathie) lebt.

Weil Monsignore Ernst Müller (Rupert Davies) mit seinem geweihten Kreuz Dracula den Eingang zu seinem Schloss verwehrt hat, will sich der Vampir für diese Schmach bitter an dem Geistlichen rächen.

So begibt sich Dracula mit dem Dorfpriester (Ewan Hopper), den er durch seine hypnotischen Kräfte in seine Gewalt gebracht und zu seinem Diener gemacht hat, in die Heimatstadt des Monsignore und macht sich an dessen Nichte Maria (Veronica Carlson) ran.

Müller versucht seine Nicht zwar zu retten, bezahlt seinen Einsatz aber mit seinem Leben.  Nun ist es an Marias Freund Paul (Barry Andrews), die junge Frau vor Dracula zu beschützen. Doch der hat damit so seine Probleme... 

Nachdem "BLUT FÜR DRACULA" an den Erfolg seines Vorgängers DRACULA an den Kinokassen anknüpfen konnte, hatte das britische Filmstudio HAMMER FILM PRODUCTIONS Blut geleckt und plante mit "DRACULAS RÜCKKEHR" bereits den nächsten Dracula-Film. Den dritten Film der Dracula-Reihe.

"DRACULAS RÜCKKEHR" stand aber von Anfang an unter keinem guten Stern. Zwar war der Film bereits in die USA verkauft worden, doch weder hatten die Dreharbeiten zum Film begonnen, noch stand fest, ob CHRISTOPHER LEE erneut für die Rolle des Dracula zur Verfügung stand.

Als die Dreharbeiten zu dem Film schließlich beginnen sollten, fiel TERENCE FISHER aufgrund eines Unfalls als Regisseur aus und musste durch FREDDIE FRANCIS ersetzt werden. 

So begannen die geplanten Dreharbeiten zum Horrorfilm anstatt am 18. März 1968 erst am 22. April 1968 und konnten am 4. Juni 1968 abgeschlossen werden.

Das schwache Drehbuch, das ANTHONY HINDS unter dem Pseudonym JOHN ELDER geschrieben hatte, war zudem auch nicht das Gelbe vom Ei. 

Doch neben dem schwachen und handlungsarmen Drehbuch hat der dritte DRACULA-Film mit weiteren Mankos zu kämpfen. Neben den sehr blass agierenden Schauspielern des Films, fehlt auch ein Protagonist, der Dracula das Wasser reichen kann. 

Denn damit der Schauspieler Christopher Lee seine dämonische Präsenz als Graf Dracula entfalten kann, braucht er starke Gegenspieler. Doch die fehlen in  dem Horrorfilm "DRACULAS RÜCKKEHR" gänzlich.

Denn weder der Schauspieler Rupert Davies als Monsignore Ernst noch Barry Andrews als Paul können Peter Cushing als Van Helsing bzw. den ebenso brillanten Andrew Keir als Abt Shandor das Wasser reichen, da  swohl Davis als auch Andrews die nötige Leinwandpräsenz und Darstellungskraft fehlen. 

Damit fällt natürlich auch die Leistung Christopher Lees als Vampir stark ab, der diese aber durch einige Szenen und durch seine Mimik etwas ausgleichen kann.

Auch Veronica Carlson ist kein positiver Aspekt des Films. Die Blondine ist kein Ersatz für die brillante Barbara Shelley (Blut für Dracula) oder für die Schauspielerin Melissa Stribling ("Dracula").

Alles in allem wirkt "DRACULAS RÜCKKEHR" trotz seiner nur 90 Minuten sehr langatmig. Zudem gelingt es dem Regisseur Freddie Francis nicht, den zeitlosen Gothic-Stil der beiden Vorgängerfilme oder überhaupt der früheren Hammerfilme einzufangen. Was ebenfalls ein Manko der dritten DRACULA-Verfilmung ist. 

Hinzu kommt, dass das Spiel mit dem Licht im Film auch eher lächerlich wirkt. So ist Christopher Lee als Graf Dracula ständig in rotes Licht gehüllt. Dadurch nimmt sein Gesicht eine nicht ernst zunehmende grünliche Färbung an.

Die einzig wirklich interessante Szene im Film ist, als Paul versucht, Dracula mit einem riesigen Holzpflock zu pfählen (doch selbst das gelingt ihm nicht) und ihn danach mit einer Schaufel heißer Kohlen attackiert. Das war es dann aber dann schon wieder.

Auch weist der Film viele Ungereimtheiten und Lächerlichkeiten auf. Schon zu Beginn fragt man sich, wie es Dracula denn gelungen ist, überhaupt in eine Kirche einzudringen.

Als der Dorfpriester stürzt, verletzt er sich nicht nur, sondern fällt auch genau an den Rand des zugefrorenen Baches, wo Dracula unter der Eisfläche gefangen ist. 

 Durch den Fall des Priesters bilden sich natürlich Risse auf der Oberfläche des Eises, wodurch das Blut des Dorfpfarrers natürlich geradewegs in den Mund von Dracula fließt. Wohin auch sonst?

Nachdem der Dorfpriester aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist von seiner Wunde jedoch nichts mehr zu sehen. Zudem ist Graf Draculas Spiegelbild seltsamerweise im Wasser des Baches durch den Priester zu erkennen.

Auch das Ende von Dracula wirkt einfach nur unglaubwürdig. Der Vampir stürzt in die Tiefe, wo er natürlich vom Riesenkruzifix, das vor ihm heruntergestürzt ist, durchbohrt wird und zerfällt danach zu Staub.

Trotz all dieser vielen Mankos war dem Film "DRACULAS RÜCKKEHR" jedoch überraschenderweise ein finanzieller Erfolg an den Kinokassen beschieden, da er von den Erfolgen seiner beiden Dracula-Vorgänger zehren konnte. Bei den Nachfolgefilmen der DRACULA-Reihe der HAMMER FILM PRODUCTIONS sah die Sache dagegen schon ganz anders aus...

© by Ingo Löchel

Dracula Rückkehr
(Originaltitel: Dracula has Risen from the Grave)
England 1968

  • Stab
  • Regie: Freddie Francis
  • Drehbuch: John Eldar
  • Produktion: Aida Young
  • Kamera: Arthur Grant
  • Schnitt: Spencer Reeve
  • Musik: James Bernard

Darsteller

  • Christopher Lee als Graf Dracula
  • Rupert Davies als Monsignore Ernst Müller
  • Veronica Carlson als Maria
  • Barry Andrews als Paul
  • Ewan Hooper als Dorfpriester
  • Barbara Ewing als Zena
  • Michael Ripper als Max
  • Marion Mathie als Anna Müller 

FSK: Ab 16 Jahren
Laufzeit: 88 Minuten

Deutscher Kinostart: Am 27. März 1969


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