Samstag, 29. Mai 2021

Bryan Edgar Wallace: Der Würger von Schloss Blackmoor (1963)

Während Lucius Clark (Rudolf Fernau) auf Schloss Blackmoor, das er von dem Besitzer Lord Edgar Blackmoor (Walter Giller) gekauft hat, eine Party gibt, wird Tom (Peter Nestler), ein Angestellter des Schlosses, von einem maskierten Mann erwürgt. 

Nachdem die Gäste die Party am späten Abend verlassen haben, taucht der Maskierte im Schloss auf und bedroht Lucius Clark. Er behauptet der Rächer von Lucius Freund Charles Mannings zu sein, den Clark beraubt und ermordet haben soll.

Der Maskierte fordert von Lucius Clark die Rohdiamanten im Wert von sechs Millionen Pfund, die er seinem Freund gestohlen hat. Zudem warnt er Lucius, dass jeder, der versucht, die Diamanten aus dem Schloss zu bringen, sterben wird. 

Als Clarks Nichte Claridge Dorsett (Karin Dor) auftaucht, flieht der Maskierte aus dem Schloss.

Am nächsten Morgen findet der Junge Philip, genannt Phips (Stephan Schwartz), die Leiche von Tom und verständigt Lucius Clark und dessen Nichte, die gerade mit dem Wagen das Anwesen verlassen wollen.

Der Mord ruft Inspektor Jeff Mitchell (Harry Riebauer) auf den Plan, der es während seiner Ermittlungen mit dem Würger zu tun bekommt, der versucht, Mitchell im Schloss umzubringen.

Da der Rechtsanwalt Dr. Tromby (Richard Häussler) von Lucius Clark  die Zurückzahlung des Vermögens verlangt, das er für seine Nichte Claridge Dorsett verwaltet hat, probiert Clark über den Hehler Tavish (Hans Nielsen) einige der gestohlenen Diamanten zu verkaufen, die er im Heizungskeller des Schlosses versteckt hat, die sein Butler Anthony (Dieter Eppler) zu Kunstwerken schleift.

Aber alle Boten, die die versteckten Edelsteine zum Tavish in die Bar "Old Scavenger Inn" bringen sollen, werden vom Würger abgefangen und ermordet. 

Als Lucius Clark stirbt, und der Butler Anthony dessen Nichte entführt, weil er herausfinden will, wo Clark die Diamanten versteckt hat, überschlagen sich die Ereignisse im Schloss...

Nach dem finanziellen Erfolg von "DAS GEHEIMNIS DES SCHWARZEN KOFFERS", machte sich der Produzent Arthur Brauner daran, die "BRYAN EDGAR WALLACE"-Reihe mit dem nächsten Film fortzuführen, der den Titel "DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR" erhielt, und frei nach einem Krimi von Bryan Edgar Wallace entstand.

Es ist zu vermuten, dass der Filmstoff auf keinem Roman des Kriminalschriftsteller Bryan Edgar Wallace basiert und von den beiden Drehbuchautoren Gustav Kampendonk und Ladislas Fodor frei erfunden wurde. Was dem Kriminalfilm aber nicht schadet.

Als Regisseur konnte Brauner den renommierten Regisseur HARALD REINL engagieren, der schon bei den beiden Brauner-Erfolgen "IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE" und "DIE UNSICHTBAREN KRALLEN DES DR. MABUSE" sehr gute Arbeit geleistet hatte.

Auch die Darstellerriege des Kriminalfims kann sich sehen lassen. Neben "Miss Krimi" KARIN DOR, standen Darsteller wie RUDOLF FERNAU, HANS REISER, HANS NIELSEN und DIETER EPPLER vor der Kamera.

Als Neuling ist der Schauspieler HARRY RIEBAUER zu sehen, der erst Anfang der 1960er Jahre nach Westberlin kam, und in "DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR" seine erste Filmhauptrolle bekam. Und dafür macht Riebauer seine Sache als ermittelnder Inspektor sehr gut.

Die Dreharbeiten zum zweiten Bryan-Wallace-Verfilmung begannen am 5. April 1963 und wurden am 17. Mai 1963 abgeschlossen.

Mit "DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR" ist dem Regisseur HARALD REINL ein spannender und abwechslungsreich inszenierter Kriminalfilm gelungen, indem nicht nur keine Langeweile aufkommt, sondern in dem es auch ziemlich zur Sache geht.

Es ist nicht von schlechten Eltern auf welche Art und Weise der Würger seine Opfer um die Ecke bringt oder versucht sie um die Ecke zu bringen. 
Neben dem Erwürgen, lässt sich der Würger noch andere Methoden einfallen. So spannt er zum Beispiel ein Drahtseil über die Straße, wodurch sein Verfolger den Kopf verliert.
Oder er beschießt den Inspektor und seine Mitinsassen mit einer Maschinenpistole umzubringen, wodurch nicht nur Wagen der beiden Polizeibeamten in Flammen aufgeht, sondern Jeff Mitchell brennend in den Fluss springen muss.

Auch der Zweikampf zwischen dem Inspektor und dem Würger im Schloss kann sich sehen lassen. Bei dem Zweikampf kennen beide Seiten keine Pardon, so dass während des Kampfes auch diverse Waffen und Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Für die Spaßeinlage im Film sorgte diesmal der Schauspieler WALTER GILLER, da anscheinend Chris Howland anderweitig verpflichtet war. Doch auf diese Einlagen hätte der Film getrost verzichten können, da die Szenen mit Giller nicht so recht in die düster-brutale Würger-Handlung des Kriminalfilms hineinpassen und eher deplaziert wirken.

Damit die Zuschauer während der Handlung des Film nicht herausfinden kann, wer den Würger im Film spielt, wurde die Stimme des Würgers von Klaus Miedel gesprochen. 

Erst zum Ende kristallisiert sich langsam heraus, wer der brutale Würger ist. Was letztendlich etwas überraschend ist. Da man auf diese Person nicht unbedingt getippt hat.

© by Ingo Löchel

Der Würger von Schloss Blackmoor

BRD 1963

Stab

  • Regie: Harald Reinl
  • Drehbuch : Gustav Kampendonk und Ladislas Fodor
  • Kamera: Ernst W. Kalinke
  • Schnitt: Walter Wischniewsky
  • Musik : Oskar Sala

Darsteller

  • Karin Dor als Claridge Dorsett
  • Harry Riebauer als Inspektor Jeff Mitchell
  • Rudolf Fernau als Lucius Clark
  • Walter Giller als Lord Edgar Blackmoor
  • Dieter Eppler als Butler Anthony
  • Hans Reiser als Mike Pierce
  • Hans Nielsen als Tavish
  • Ingmar Zeisberg als Judy
  • Richard Häussler als Rechtsanwalt Dr. Tromby
  • Peter Nestler als Tom
  • Gerhard Hartig als Kriminalassistent Watson
  • Albert Bessler als Gärtner Sebastian
  • Werner Schott als Scotland-Yard-Chef
  • Carl de Vogt als Arzt
  • Stephan Schwartz als Philip, genannt Phips

FSK: Ab 16 Jahren

Laufzeit: 87 Minuten

Uraufführung: Am 21. Juni 1963 im Ufa-Palast in Köln


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