Montag, 21. August 2023

Edgar Wallace: Der Hund von Blackwood Castle (1968)

Bevor ein Mann namens Mr. Tucker das Schloss Blackwood Castle erreicht, wird er in eines der nahegelegenen Moore gelockt, wo ihn ein Hund mit Giftzähnen tötet.

Unterdessen ist Lady Agathy Beverton (Agnes Windeck), die Wirtin des benachbarten Gasthauses Old Inn, beunruhigt, weil sie das furchterregende Heulen eines Hundes hört.

Ihr Bruder Lord Henry Beverton (Tilo von Berlepsch) und der ebenfalls anwesende Arzt Adams (Alexander Engel) wollen davon aber nichts mitbekommen haben.

Kurze Zeit später beobachtet Humphrey Connery (Heinz Drache), ein weiterer Gast von Lady Beverton, wie Tuckers Leiche im Moor versenkt wird. Aber auch er behauptet später, nichts Auffälliges gesehen zu haben.

Am nächsten Tag erscheint Jane Wilson (Karin Baal), die Tochter des kürzlich verstorbene Kapitän Wilson (Otto Stern),  auf Blackwood Castle, wo sie von dem unheimlich wirkenden Diener Grimsby (Arthur Binder) und dem Anwalt Robert Jackson (Hans Söhnker), dem Nachlassverwalter der Familie, bereits erwartet wird.

Janes Vater hat ihr das verfallene Schloss hinterlassen, das der Anwalt Jackson sofort für 10.000 Pfund veräußern will. Doch Jane, die ihren Vater zehn Jahre lang nicht gesehen hat, weigert sich das Schloss zu verkaufen und  die Vollmacht zum Verkauf des Schlosses zu unterschreiben.

Kurze Zeit später beobachtet Jane, wie ein Mann namens Edward Baldwin (Kurd Pieritz) Jackson sogar 20.000 Pfund für das Schloss bietet. Doch der Anwalt lehnt das Angebot ab und behauptet, dass das Haus unverkäuflich sei.

Daraufhin beschließt Jane kurzerhand, Blackwood Castle zu behalten und in das heruntergekommene Schloss einzuziehen.

Doch in der Nacht geschehen unheimliche Dinge. Vor Janes Schlafzimmer erscheint nicht nur ein Skelett, sondern der Diener Grimsby wird im Keller auch noch von einer Python aus Kapitän Wilsons Reptiliensammlung angegriffen. 

Zudem findet Jane eine der Schlangen ihres Vaters in ihrem Bett.

Unterdessen fällt Edward Baldwin im Moor dem Hund mit den Giftzähnen zum Opfer. Danach beobachtet Adams wie Humphrey Connery die Leiche von Baldwin in den Kofferraum seines Wagens lädt.

Am nächsten Tag staunt Jackson nicht schlecht, als er den ermordeten Baldwin in der Schlosshalle findet. Daraufhin verständigt Jane Scotland Yard, dessen Chef Sir John (Siegfried Schürenberg) den Fall persönlich übernimmt, der seine Sekretärin Miss Mabel Finley (Ilse Pagé) kurzerhand mit zur Mordermittlung auf Schloss Blackmoor nimmt…  

Nachdem er die Dreharbeiten zum „JERRY COTTON“-Film „DYNAMIT IN GRÜNER SEIDE“ beendet hatte, war eigentlich war HARALD REINL als Regisseur für die „EDGAR WALLACE“-Verfilmung „DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE“ vorgesehen.

Doch nach der Vorverlegung der Dreharbeiten übernahm letztendlich ALFRED VOHRER die Regie im „EDGAR WALLACE“-Film, der zusammen mit seiner Assistentin Eva Ebner noch einige Änderungen am Drehbuch von HERBERT REINECKER vornahm.

Die Dreharbeiten zu „DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE“ fanden vom 16. Oktober bis zum 27. November 1967 in West-Berlin statt. Auf London-Aufnahmen wurde gänzlich verzichtet. Als Filmatelier dienten die Film-Studios der CCC-Film in Berlin-Haselhorst.

Der Schauspieler HEINZ DRACHE, der in der 25. „EDGAR WALLACE“-Verfilmung erstmals einen Bösewicht in der Filmreihe spielt, der danach seine Filmkarriere beendete.

HORST TAPPERT, der 1966 durch die Rolle in der TV-Mehrteiler „DIE GENTLEMEN BITTEN ZUR KASSE“ bundesweit bekannt geworden, gab mit dem Film „DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE“ sein „EDGAR WALLACE“-Debüt, der danach in den beiden „EDGAR WALLACE“-Filmen „DER GORILLA VON SOHO“ (1968) und „DER MANN MIT DEM GLASAUGE“ (1969) die Rolle des Inspektors übernahm. 

Leider entpuppt sich auch die „EDGAR WALLACE“-Verfilmung „DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE“ als ideenlose und schwache Verfilmung, in der der Drehbuchautor HERBERT REINECKER und der Regisseur ALFRED VOHRER anscheinend in Bezug auf den mordenden Hund auf den Spuren des „SHERLOCK HOLMES“-Romans „DER HUND VON BASKERVILLE“ wandeln.

Zudem zeigt auch dieser Film, dass die „EDGAR WALLACE“-Filmreihe bereits seit Mitte der 1960er Jahren ihren Zenit überschritten hatte, denn die nur mäßig spannende Filmhandlung von „DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE“, die durch Gruseleffekte und unnötigen Klamauk in Szene gesetzt wurde, kann in keiner Weise überzeugen.

Zudem fehlt dem "EDGAR WALLACE"-Film nicht  nur ein geeigneten Ermittler, dessen Part in dem Film der völlig ungeeignete SIEGFRIED SCHÜRENBERG als Sir John übernimmt, sondern aufgrund fehlender sympathischer Charaktere, auch eine positive Bezugsperson, so dass auch in dieser Hinsicht die Mankos des Films nicht zu übersehen sind.

© by Ingo Löchel

Der Hund von Blackwood Castle
BRD 1968

Stab

  • Regie:  Alfred Vohrer
  • Drehbuch: Herbert Reinecker (als Alex Berg)
  • Kamera: Karl Löb
  • Schnitt: Jutta Hering
  • Musik: Peter Thomas

Darsteller

  • Heinz Drache als Humphrey Connery
  • Karin Baal als Jane Wilson
  • Horst Tappert als Douglas Fairbanks
  • Siegfried Schürenberg als Sir John
  • Agnes Windeck als Lady Agathy Beverton
  • Ilse Pagé als Miss Finley
  • Mady Rahl als Catherine Wilson
  • Uta Levka als Dorothy Cornick
  • Hans Söhnker als Anwalt Robert Jackson
  • Alexander Engel als Doc Adams
  • Otto Stern als Kapitän Wilson
  • Tilo von Berlepsch als Lord Henry Beverton
  • Harry Wüstenhagen als Ken Nelson
  • Kurd Pieritz als Edward Baldwin
  • Arthur Binder als Grimsby
  • Rainer Brandt als Tom Heyes
  • Kurt Waitzmann als Dr. Sheppard
  • Paul Berger als Hausknecht Jameson  

FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 92 Minuten

Deutscher Kinostart: Am 18. Januar 1968

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