Samstag, 7. Oktober 2023

Horrorfilm: Horror-Express (1972)

Im Jahr 1906 fährt der Professor Alexander Saxton (Christopher Lee), ein renommierter britischer Anthropologe, mit der Transsibirischen Eisenbahn über China nach Moskau nach Europa zurück.

Im Gepäck hat er eine Kiste mit den gefrorenen Überresten eines primitiven humanoiden Wesens, das er in einer Höhle in der Mandschurei entdeckt hat.

Dr. Wells (Peter Cushing), Saxtons Kollege bei der Royal Geological Society, ist zusammen mit seiner Assistentin Miss Jones (Alice Reinheart) ebenfalls im Zug.

Bevor allerdings der Zug der Transsibirischen Eisenbahn Shanghai verlassen kann, wird ein Dieb tot auf dem Bahnsteig gefunden, dessen Augen völlig weiß sind, so dass die Schaulustigen ihn für einen Blinden halten.

Doch Inspektor Mirow (Julio Peña) weiß es besser, der den getöteten Kriminellen von früher kennt und steigt ebenfalls in den Zug ein.

Der Mönch Pujardov (Alberto de Mendoza), geistlicher Berater des polnischen Grafen Marion Petrovski (George Rigaud) und der Gräfin Irina Petrovski (Silvia Tortosa), die ebenfalls mit dem Zug fahren, warnt, dass der Inhalt der Kiste, die Saxton transportieren will, etwas Böses enthält, was Saxton als Aberglauben zurückweist.

Saxtons Bestreben, seine wissenschaftliche Entdeckung geheim zu halten, erregt den Verdacht von Wells, der den Zugwärter besticht, um den Inhalt der Kiste zu untersuchen.

Der darin befindliche Humanoide (Juan Olaguivel), der inzwischen aufgewacht ist, tötet den Mann und entkommt danach aus dem Gepäckwaggon…

Der Horrorfilm „HORROR-EXPRESS“ wurde von dem amerikanischen Drehbuchautor und Produzenten Bernard Gordon koproduziert, der 1972 mit dem Regisseur Eugenio Martín  an dem Film „VIVA PANCHO VILLA“ mit TELLY SAVALAS in der Titelrolle zusammengearbeitet hatte.

EUGENIO MARTIN drehte den Film „HORROR-EXPRESS“, der eine Koproduktion der spanischen Granada Films und der britischen Firma Benmar Productions war,  im Rahmen eines Drei-Filme-Vertrages mit Philip Yordan, bei dem auch der Schauspieler Telly Savalas unter Vertrag stand.

Die Verpflichtung von CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING war ein Coup für den Produzenten Bernard Gordon, denn sie sorgten im Film für eine Atmosphäre, die an die Hammer-Horrorfilme erinnerte.

Als Peter Cushing in Madrid eintraf, um mit den Arbeiten an dem Film zu beginnen, war er noch immer verzweifelt über den Tod seiner Frau. Er teilte Gordon mit, dass er den Film nicht machen könne.

Da Gordon nun verzweifelt darüber war, einen seiner wichtigsten Stars für seinen Film zu verlieren, schritt Christopher Lee ein und beruhigte Cushing, indem er mit seinem alten Freund über einige ihrer früheren gemeinsamen Arbeiten sprach, woraufhin Cushing seine Meinung änderte.

Die Dreharbeiten zu „HORROR-EXPRESS“ begannen im Dezember 1971 und wurden 1972 abgeschlossen.

Die Studioaufnahmen des Films entstanden in Madrid, die Außenaufnahmen im Wintersportgebiet Puerto de Navacerrada.

Die Abfahrtsszene des Zuges zu Beginn des Films wurde im Madrider Bahnhof Delicias gedreht. Die Lokomotive, die den Zug in dieser Szene zieht, ist eine RENFE 141F.

Im Film werden aber auch Miniaturen für die Außenaufnahmen des vorbeifahrenden Zuges sowie für den Höhepunkt des Films verwendet.

Regisseur Eugenio Martín verwendeten das Modell aus „VIVA PANCHO VILLA“ (1972) als Inneneinrichtung für alle Zugwaggons während der Produktion.

Da aber im Filmstudio kein weiterer Platz zur Verfügung stand, wurden alle Szenen in jedem Waggon nacheinander gedreht, so dass das Film-Set für die Szenen des nächsten Waggons entsprechend umgebaut werden mussten.

Wie alle italienischen und spanischen Filme dieser Zeit wurde der Horrorfilm „HORROR-EXPRESS“ größtenteils ohne Ton gefilmt, wobei die Effekte und Stimmen für den Film in der Nachbearbeitung synchronisiert wurden.

Für die englischsprachige Version des Films stellten die Schauspieler PETER CUSHING, CHRISTOPHER LEE und TELLY SAVALAS ihre eigenen Stimmen zu Verfügung.

Mit „HORROR-EXPRESS“ präsentiert der Regisseur EUGENIO MARTIN einen überraschend unblutigen, aber dafür überdurchschnittlichen Horrorfilm aus den 1970er Jahren, der nicht nur durch seine sorgfältige Inszenierung, sondern auch durch seine einfallsreiche und interessante Handlung sowie durch seine gute Besetzung punkten kann.

© by Ingo Löchel

Horror-Express
(Originaltitel: Pánico en el transiberiano)
Spanien/Großbritannien 1972

Stab

  • Regie: Eugenio Martín
  • Drehbuch: Arnaud d’Usseau und Julian Halevy
  • Kamera: Alejandro Ulloa junior und Teo Escamilla
  • Schnitt: Robert Dearberg
  • Musik: John Cacavas

Darsteller

  • Christopher Lee als Professor Alexander Saxton
  • Peter Cushing als Dr. Wells
  • Silvia Tortosa als Gräfin Irina Petrowski
  • Alberto de Mendoza als Mönch Pujardow
  • Telly Savalas als Kosakenhauptmann Kasan
  • Georges Rigaud als Graf Petrowski
  • Julio Peña als Inspektor Mirow
  • Helga Liné als Spionin Natascha
  • Alice Reinheart als Miss Jones
  • Ángel del Pozo als Jewtuschenko
  • Juan Olaguibel als Die Kreatur

FSK: Ab 16 Jahren
Laufzeit: 90 Minuten

Deutscher Kinostart: Am 3. Januar 1974

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