Mittwoch, 29. Dezember 2021

Schauspieler Charlton Heston

Charlton Heston wurde am 4. Oktober 1923 als  John Charlton Carter)  in Evanston, Illinois, USA, geboren.

Als er zehn Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. 

Kurze Zeit später heiratete seine Mutter Chester Heston. Heston besuchte die ”STOLP GRAMMER SCHOOL“  in seiner Heimatstadt und danach die ”NEW TRIER HIGH SCHOOL“ in Winnetka, wo er sein Talent für die Schauspielerei entdeckte, so dass er auf die “NORTHWESTERN UNIVERSITY“Schauspiel studierte. Dort spielte er 1941 in dem 16mm Stummfilm "PEER GYNT" seine erste Filmrolle.

1944 trat er für drei Jahre dem United States Army Air Corpsbei. 

Während dieser Zeit heiratete er am 17. März 1944 Lydia Clarke, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Das Paar hatte zwei Kinder zusammen, Sohn Fraser Clarke Heston und Tochter Holly Ann Heston.

1947 gab Chartlton Heston in dem Broadway Stück ”ANTONY AND CLEOPATRA“  sein Bühnen-Debüt.

Zwei Jahre später, im März 1949, gab er in ”SUPSICION“, einer Folge der Serie “SUSPENSE“ sein TV-Debüt. Es folgten Gastauftritte in Serien wie ”STUDIO ONE“ (1949), ”THE CLOCK“ (1950)  und „THE PHILCO TELEVISION PLAYHOUSE“ (1950). 

Durch diese TV-Rollen wurde Hollywood auf Charlton Heston aufmerksam und schon bald darauf gab er 1950 in dem Film  “STADT IM DUNKELN“ sein Hollywood- Debüt.

1952 gelang Heston mit  der Hauptrolle in dem Film “DIE GRÖSSTE SHOW DER WELT“ der Durchbruch als Schauspieler.

Danach folgten Hauptrollen  in Western- und Abenteuerfilmen wie „DER WEISSE SOHN DER SIOUX“ (1952), „PONY EXPRESS“ (1953), „WENN DIE MARABUNTE DROHT“ und „DAS GEHEIMNIS DER INKAS“ (1954).

1956 gelang dem Schauspieler Charlton Heston in der Rolle des Moses in „DIE ZEHN GEBOTE“ ein weltweiter Kinohit für die er mit dem GOLDEN GLOBE nominiert wurde.

„Cecil B. DeMille drehte dieses Oscar-gekrönte Remake seines eigenen Monumentalstreifens von 1923. Er schuf eines der besten und aufwändigsten Werke des Genres, das immer noch durch seinen Effektreichtum beeindruckt. Nach wie vor zählt die Teilung des Roten Meeres zu einem der Höhepunkte der Filmgeschichte. (1)

Nach dem Monumentalfilm ”DIE ZEHN GEBOTE“ war Heston in den Filmen „RIVALEN OHNE GNADE“ (1956), „IM ZEICHEN DES BÖSEN“ (1958), „WEITES LAND“ (1958), „KÖNIG DER FREIBEUTER“ (1958) und „DIE DEN TOD NICHT FÜRCHTEN“ (1959) zu sehen. 

1959 gelang Charlton Heston mit der Hauptrolle im Historienfilm ”BEN HUR der endgültige internationale Durchbruch als Schauspieler.

„Ein monumentaler Sandalenfilm, der geschickt das Leben Ben Hurs mit der Geschichte Christi und den damaligen Problemen mit der römischen Besatzung verbindet. Dieser Film ist - trotz armbanduhrtragendem Römer beim atemberaubenden Wagenrennen - mit 11 Oscars die bislang am meisten ausgezeichnete Hollywoodproduktion. Nur James Camerons "Titanic" schaffte es, 1998 den Rekord einzustellen. (2)

1960 gewann Heston für seine Rolle in „BEN HUR“ den OSCAR in der Kategorie „BESTER HAUPTDARSTELLER“.

Nach dem weltweiten Riesenerfolg von „BEN HUR“, folgten unter anderem die Filme wie "EL CID", „KÖNIG VON HAWAII“ (1963), „55 TAGE IN PEKING“ (1963), „SIERRA CHARIBA“ (1965), „MICHELANGELO – INFERNO UND EKSTASE“ (1965) und „DIE NORMANNEN KOMMEN“ (1965).

„1965 drehte Franklin J. Schaffner die tragische Liebesgeschichte um einen normannischen Ritter. Spektakuläre Höhepunkte in Schaffners Historienspektakel sind die sehr aufwändig inszenierten Kämpfe zwischen Normannen und Friesen. Mittendrin: Charlton Heston, der "König des Monumentalfilms", als normannischer Ritter Chrysagon.

Diese Gestalt zählt übrigens zu den Lieblingsrollen des Schauspielers. Die zeitliche Kulisse: Das Mittelalter, in dem heidnische Traditionen unter der dünnen Decke des Christentums weiterlebten und immer wieder für blutige Konflikte sorgten.” (3)

Heston galt in den USA als politisch liberal. Er arbeitete in den 1960er Jahre mit Martin Luther King zusammen, half schwarzen Schauspielern in Hollywood und nahm an der Bestreikung von Lokalen teil, die keine Schwarzen als Gäste akzeptierten

1963 führte er die Teilnehmer von Kings Protestmarsch an, der zur rechtlichen Verankerung von Bürgerrechten 1964 führte.Nach der Ermordung von Martin Luther King forderte er restriktive Waffengesetze.

Später setzte er sich jedoch für das uneingeschränkte Recht auf Waffenbesitz ein, wie es im 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten festgelegt ist.

Von 1965 bis 1971 war Heston zudem Präsident der Screen Actors Guild, der US-amerikanischen Schauspieler-Gewerkschaft.

1966 drehte Heston den Monumentalfilm "KHARTOUM".

„Charlton Heston als General Gordon im verzweifelten AbwehrkampfBasil Dearden drehte das kostspielige, monumentale Abenteuerspektakel mit einer hochkarätigen Starbesetzung. Geschildert wird das Versagen britischer Kolonialpolitik im Sudan.

Es geht um die Verteidigung der anglo-ägyptischen Hauptstadt Khartoum und den heroischen Kampf von General Gordon gegen den Mohammedaner-Führer Ahmed, der als selbst ernannter Prophet seine Landsleute zum "Heiligen Krieg" aufgerufen hatte, der später als "Mahdi-Aufstand" in die Geschichtsanalen aufgenommen wurde.

An Originalschauplätzen am Nil und in der sudanesischen Wüste gedreht, beeindruckt der Film vor allem mit Atem beraubenden Kampf- und Massenszenen, die der Stunt-Spezialist und Second-Unit-Regisseur Yakima Canutt (1895-1986) realisierte, der zuvor bereits "Ben Hur", "Spartacus", "El Cid" und viele andere Großproduktionen bereichert hatte und dafür 1966 mit einem Spezial-Oscar ausgezeichnet wurde.“ (4)

1967 gelang ihm mit dem SF-Film "PLANET DER AFFEN" (1968) ein weiterer Kinohit.

„Schaffner drehte eine sehr gute, zivilisationskritische Post-Doomsday-Sciencefiction-Geschichte mit beklemmenden Bildern (vor allem die Schlusseinstellung), kongenialer Musik und hervorragenden Masken. Die Affen-Gesellschaft ist von rassistischer Überlegenheit, Hass und Intoleranz geprägt - jede Ähnlichkeit mit real existierenden Gesellschaftsformen ist unbedingt beabsichtigt. Der Erfolg des Films zog vier Nachfolger mit sich.” (5)

Danach folgten unter anderem die Filme “HERRSCHER DER INSEL” (1970) und „DER OMEGA MANN“ (1971) und "JAHR 2022...DIE ÜBERLEBEN  WOLLEN" (1973).

Mitte 1970er Jahre gelang Heston mit den beiden Katastrophe-Filme "EARTHQUAKE" (Erdbeben, 1974)

„Mark Robsons Katastrophenfilm aus dem Jahre 1974 geriet verblüffend realistisch, eine technisch perfekte Show. Robson beschreibt besonders eindrucksvoll die anfängliche Sorglosigkeit der Kalifornier, die von den leichten Vorbeben noch unberührt bleiben und weiter ihrem Alltag nachgehen. Als sich jedoch die leichten Erschütterungen zu heftigen Erdstößen entwickeln, liegt die Millionenmetropole am San Andreas-Graben bald in Trümmern. Die Dreharbeiten verschlangen acht Millionen Dollar, wobei der größte Teil des Geldes für den Bau der Ruinenkulissen ausgegeben wurde." (6)

und "GIGANTEN AM HIMMEL“ (1975) zwei weitere Hits an den Kinokassen.

Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre wurde es etwas stiller um Heston. Er war nur noch sporadisch im Kino zu sehen. So drehte er unter anderem den Western "DER LETZTE DER HARTEN MÄNNER",  den Katastrophenfilm "U-BOOT IN NOT" (1977), Abenteuerfilm „DUELL AM WIND RIVER“ (1979), den Horrorfilm „ERWACHEN DER SPHINX“ (1980) und „GOLDFIEBER“ (1982).

Von 1985 bis 1987 war Charlton Heston als Jason Colby  in 49 Folgen der TV Serie “COLBYS” zu sehen.

1988 führte er in dem TV-Film ”A MAN FOR ALL SEASONS“ zum dritten und letzten mal Regie und spielte darin die Rolle des Thomas More.

Danach war Heston 1990 als Long John Silver in der Neuverfilmung des Abenteuerfilms „DIE SCHATZINSEL“ zu sehen und hatte Gastauftritte in Filmen wie „TOMBSTONE“ (1993), „TRUE LIES“ (1994), „DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS“ (1995) und „PLANET DER AFFEN“ (2001).  

1997 wurde Heston Vizepräsident der Waffenbesitzervereinigung National Rifle Association und war von 1998 bis 2003 deren Präsident. Im April 2003 trat er nach seiner Erkrankung an Alzheimer von dem Amt zurück.

2000 war der Schauspieler in ”FINAL APPEAL“, einer Folge der Serie ”THE OUTER LIMITS“ in seiner letzten TV-Rolle zu sehen. 2003 folgte in „MY FATHER, RUA ALGUEM 5555“seine letzte Filmrolle.

Charlton Heston verstarb am 5. April 2008 in seinem Haus in Beverly Hills, Kalifornien, USA.

© by Ingo Löchel

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Filmographie

  • 1. Peer Gynt (1941)
  • 2. Julius Caesar (1950)
  • 3. Dark City / Stadt im Dunkel (1950)
  • 4. The Greatest Show on Earth / Die größte Schau der Welt (1952)
  • 5. The Savage/ Der weiße Sohn der Sioux (1952)
  • 6. Ruby Gentry/ Wildes Blut (1952)
  • 7. The President's Lady/ Gefährtin seines Lebens (1953)
  • 8. Pony Express/ Pony Express (1953)
  • 9. Arrowhead / Die Bestie der Wildnis (1953)
  • 10. Bad for Each Other (1953
  • 11. The Naked Jungle / Wenn die Marabunta droht (1954)
  • 12. Secret of the Incas/ Das Geheimnis der Inkas (1954)
  • 13. The Far Horizons/ Am fernen Horizont (1955)
  • 14. The Private War of Major Benson/ Der Privatkrieg des Major Benson (1955)
  • 15. Lucy Gallant (1955)
  • 16. The Ten Commandments/ Die Zehn Gebote (1956)
  • 17. Three Violent People/ Rivalen ohne Gnade (1956)
  • 18. Touch of Evil / Im Zeichen des Bösen (1958)
  • 19. The Big Country/ Weites Land (1958)
  • 20. The Buccaneer/ König der Freibeuter (1958)
  • 21. The Wreck of the Mary Deare / Die den Tod nicht fürchten (1959)
  • 22. Ben-Hur/ Ben-Hur (1959)
  • 23. El Cid/ El Cid (1961)
  • 24. The Pigeon That Took Rome (1962)
  • 25. Diamond Head / König von Hawaii (1963)
  • 26. 55 Days at Peking / 55 Tage in Peking (1963)
  • 27. The Patriots (1963) (TV)
  • 28. The Greatest Story Ever Told/ Die größte Geschichte aller Zeiten (1965)
  • 29. Major Dundee/ Sierra Charriba (1965)
  • 30. The Agony and the Ecstasy / Michelangelo - Inferno und Ekstase (1965)
  • 31. The War Lord / Die Normannen kommen (1965)
  • 32. What Is a Boy (1966) (TV)
  • 33. Khartoum / Khartoum - Aufstand am Nil (1966)
  • 34. Counterpoint / Der Befehl (1968)
  • 35. Planet of the Apes/ Planet der Affen (1968)
  • 36. Will Penny/ Der Verwegene (1968)
  • 37. Number One (1969)
  • 38. Beneath the Planet of the Apes/ Rückkehr zum Planet der Affen (1970)
  • 39. Julius Caesar (1970)
  • 40. The Hawaiians/ Herrscher der Insel (1970)
  • 41. The Omega Man/ Der Omega-Mann (1971)
  • 42. Antony and Cleopatra / Antonius und Cleopatra (1972)
  • 43. Skyjacked/ Endstation Hölle (1972)
  • 44. Call of the Wild/ Ruf der Wildnis (1972)
  • 45. Soylent Green/ Jahr 2022... die überleben wollen (1973)
  • 46. The Three Musketeers/ Die drei Musketiere (1973)
  • 47. Airport 1975/ Airport '75 - Giganten am Himmel (1974)
  • 48. Earthquake/ Erdbeben (1974)
  • 49. The Four Musketeers / Die vier Musketiere (1974)
  • 50. The Last Hard Men / Die Letzte der harten Männer (1976)
  • 51. Midway/ Schlacht um Midway (1976)
  • 52. Two-Minute Warning/ Zwei Minuten Warnung (1976)
  • 53. Crossed Swords/ Der Prinz und der Bettler (1977)
  • 54. Gray Lady Down / U-Boot in Not (1978)
  • 55. The Mountain Men / Duell am Wind River (1980)
  • 56. The Awakening / Erwachen der Sphinx (1980)
  • 57. Mother Lode / Goldfieber (1982)
  • 58. Nairobi Affair (1984) (TV)
  • 59. Proud Men / Ein Mann aus Stahl (1987) (TV)
  • 60. Christmas Night with the Two Ronnies (1987) (TV)
  • 61. A Man for All Seasons (1988) (TV)
  • 62. Original Sin/ Unbarmherzige Meute (1989) (TV)
  • 63. Treasure Island / Die Schatzinsel (1990) (TV)
  • 64. Solar Crisis / Starfire (1990)
  • 65. The Little Kidnappers/ Harry und Davy (1990) (TV)
  • 66. Almost an Angel/ Beinahe ein Engel (1990)
  • 67. The Crucifer of Blood (1991) (TV)
  • 68. Gengis Khan (1992)
  • 69. Crash Landing: The Rescue of Flight 232/ Katastrophenflug 232  (1992) (TV)
  • 70. Wayne's World 2 (1993)
  • 71. Tombstone/ Tombstone (1993)
  • 72. True Lies/ True Lies - Wahre Lügen (1994)
  • 73. The Avenging Angel/ Die Heiligen der letzten Tage (1995) (TV)
  • 74. In the Mouth of Madness / Die Mächte des Wahnsinns (1995)
  • 75. Alaska/ Alaska - Die Spur des Polarbären (1996)
  • 76. Hamlet (1996)
  • 77. Gideon (1999)
  • 78. Any Given Sunday/ An jedem verdammten Sonntag (1999)
  • 79. Town & Country/ Stadt, Land, Kuss (2001)
  • 80. Planet of the Apes/ Planet der Affen (2001)
  • 81. The Order (2001)
  • 82. My Father, Rua Alguem 5555 (2003)


TV-Serien

  • 1. Suspense (3 Folgen, 1949/1951)
  • 2. Studio One (12 Folgen, 1949-1952)
  • 3. The Clock (1 Folge, 1950)
  • 4. The Philco Television Playhouse (2 Folgen, 1950/1953)
  • 5. Lux Video Theatre (1 Folge, 1951)
  • 6. Studio One (12 Folgen, 1949-1952)
  • 7. Your Show of Shows (3 Folgen, 1951/1954)
  • 8. Schlitz Playhouse of Stars (2 Folgen, 1951/1957)
  • 9. Curtain Call (1 Folge, 1952)
  • 10. Robert Montgomery Presents (3 Folgen, 1952/1955)
  • 11. Medallion Theatre (1 Folge, 1953)
  • 12. Danger (1 Folge, 1954)
  • 13. Omnibus (1 Folge, 1955)
  • 14. General Electric Theater (1 Folge, 1955)
  • 15. Climax! (2 Folgen, 1955/1957)
  • 16. Playhouse 90(2 Folgen, 1956/1958)
  • 17. Shirley Temple's Storybook (1 Folge, 1958)
  • 18. Alcoa Premiere (1 Folge, 1961)
  • 19. A Whole Scene Going (1 Folge, 1966)
  • 20. Hallmark Hall of Fame (2 Folgen, 1963/1968)
  • 21. Chiefs/ Die Polizei-Chiefs von Delano (1983) Mini-Serie
  • 22. Dynasty/ Der Denver-Clan  (als Jason Colby, 3 Folgen, 1985)
  • 23. The Colbys/ Colbys - Das Imperium (als  Jason Colby, 49 Folgen, 1985-1987)
  • 24. The Two Ronnies (1 Folge, 1987)
  • 25. SeaQuest DSV/ SeaQuest (1 Folge, 1994)
  • 26. Camino de Santiago/ The Road to Santiago (1999) Mini-Serie
  • 27. The Outer Limits/ Outer Limits - Die unbekannte Dimension (1 Folge, 2000)


Als Regisseur

  • 1. Antony and Cleopatra/ Antonius und Cleopatra (1972)
  • 2. Mother Lode/ Goldfieber (1982)
  • 3. A Man for All Seasons (1988) (TV)

 

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