Montag, 11. Dezember 2023

Abenteuerfilm: Im Zeichen der Lilie (1961)

Die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. In Dijon, der Hauptstadt Burgunds, veranstaltet Herzog Karl der Kühne (Roger Hanin) ein großes Turnier zu seinem Geburtstag und zu Ehren seines Cousins, des französischen Königs Ludwig XI. (Jean-Louis Barrault), dessen Krone er heimlich anstrebt.

An der Seite des Königs befindet sich dessen Patenkind Jeanne de Beauvais (Rosanna Schiaffino), die Karl heiraten möchte.

Nach zwei siegreichen Einsätzen für Burgund wendet sich das Glück zu Gunsten des Königs von Frankreich, nachdem der Ritter Robert de Neuville (Jean Marais) das Turnier betritt.

Um das Turnier letztendlich doch noch zu gewinnen und Jeanne zu beeindrucken, zögert Karl nicht, sich persönlich mit dem tapferen Ritter de Neuville zu messen.

Nachdem Robert von seinem Pferd fällt und so eine Niederlage erleidet, wird er in einem Zelt verarztet, wo ihn Jeanne besucht, die in ihn verliebt ist, was wiederum Karl verärgert.

Zudem stellt sich heraus, dass Roberts Sattelgurt vor dem Kampf heimlich vom Grafen Jean de Sénac (Guy Delorme) manipuliert wurde.

Als Jeanne dahinterkommt, weigert sie sich auf Karls Siegesfeier mit dem Grafen zu tanzen und verlässt mit Erlaubnis ihres Onkels, dem Grafen von Hesselin (Louis Arbessier), vorzeitig das Fest.

Einige Tage später befindet sich Ludwig auf dem Schloss des Grafen von Hesselin in Clermont-en-Beauvaisis, um an einer traditionellen Jagd teilzunehmen. Jeanne bittet Ludwig, Robert heiraten zu dürfen, was der König ablehnt.

Karl lässt Jeanne entführen und macht mit de Sénacs Hilfe Robert dafür verantwortlich. Ludwig ist von Roberts vermeintlichem Verrat schwer getroffen.

Kurz danach wird Robert de Neuville von Karls Gefolgsleuten in einen Hinterhalt gelockt und von einer Brücke in den Fluss geworfen. 

Er überlebt jedoch schwer verletzt und wird von Jeannes Zofe Catherine du Tillais (Annie Anderson) wieder gesund gepflegt…

Die Dreharbeiten zum Abenteuerfilm „IM ZEICHEN DER LILIE“ begannen am 20. Februar 1961 mit den Szenen des Wolfsangriffs.

Dafür ließ das Produktionsteam echte Wölfe aus einem Nationalpark im Zentralmassiv bringen. Allerdings flüchteten die Tiere, nachdem sie losgelassen wurden, sofort in den Wald, wobei sie nur schwer wieder eingefangen werden konnten. Als Ersatz für die Wölfe wurden schließlich Deutsche Schäferhunde verwendet.

Viele Szenen des Abenteuerfilms wurden im Südwesten von Frankreich gedreht. Vom 5. bis 15. April im Departement Aude: vor den Stadtmauern von Carcassonne mit dem Aufstieg zur Porte d'Aude, die den Einzug Ludwigs XI. in die Picardie-Stadt Péronne darstellte.

Vor den Stadtmauern von Carcassonne fand auch der letzte Kampf, das sogenannte "Gottesurteil", statt, während das Eröffnungsturnier des Films auf dem Reitgelände des Schlosses von Grosbois (Val-de-Marne) stattfand.

Die Brückenszene, in der Robert de Neuville von einer sieben Meter hohen Brücke in den Fluss geworfen wird, wurde am Ortseingang von Rieux-en-Val gedreht.  
 
Besagte Brücke war dabei keine Filmrequisite, sondern ein seit dem 12. Jahrhundert bestehendes Bauwerk der Gemeinde.

Die Brückenszene sollte zunächst weder mit Marais noch mit einem Stuntman, sondern mit einer Schaufensterpuppe gedreht werden. Der Grund hierfür war ein Unfall am Vorabend des Drehs, während dem ein Stuntman in die Tiefe stürzte.

Als der Schauspieler JEAN MARAIS am Drehtag überraschend am Set erschien verlangte er, als er die Attrappe sah, die Szene sofort zu drehen. Weil sich die Filmcrew nicht traute, ihm zu widersprechen, wurde die Sequenz kurz darauf ohne Zwischenfälle gefilmt.

Als Regisseur Hunebelle hiervon erfuhr, war er verärgert, doch Marais antwortete lediglich, dass die Szene mit der Attrappe nicht echt ausgesehen hätte. Für andere Sequenzen des Films wurde Marais vom Bergsteiger Pierre Kohlmann gedoubelt.

Die Innenszenen des Films wurden in den Studios von Saint-Maurice (Val de Marne) gedreht.

In Frankreich sahen „IM ZEICHEN DER LILIE“ über 3,7 Millionen Zuschauer, womit JEAN MARAIS an seine vorherigen Kinoerfolge „DER RITTER DER NACHT“ (1959) und „MEIN SCHWERT FÜR DEN KÖNIG“ (1960) anschließen konnte.

Mit „IM ZEICHEN DER LILIE“ präsentiert der Regisseur ANDRE HUNELLE einen unterhaltsamen und farbenprächtigen Abenteuerfilm, der allerdings inhaltlich in Teilen an den Abenteuerfilm „LIEBE, TOD UND TEUFEL“ (1955) mit ROBERT TAYLOR erinnert.

© by Ingo Löchel

Im Zeichen der Lilie
(Originaltitel: Le Miracle des loups)
Frankreich/Italien 1961

Stab

  • Regie: André Hunebelle
  • Drehbuch: Jean Halain, Pierre Foucaud und André Hunebelle
  • Kamera: Marcel Gignon
  • Schnitt: Jean Feyte, Colette Lambert und Linette Nicolas
  • Musik: Jean Marion

Darsteller

  • Jean Marais als Robert de Neuville
  • Rosanna Schiaffino als Jeanne de Beauvais
  • Jean-Louis Barrault als Ludwig XI.
  • Roger Hanin als Karl der Kühne
  • Guy Delorme als Jean de Sénac
  • Annie Anderson als Catherine du Tillais
  • Louis Arbessier als Graf d'Hesselin
  • Jean Marchat als Erzbischof
  • Raoul Billerey als Jérôme
  • Pierre Palfray als Mathieu
  • Georges Lycan als Sire de Gavray
  • Pierre-Jacques Moncorbier als Maître Gislain
  • Charles Bouillaud als Olivier le Daim

FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 120 Minuten

Deutscher Kinostart: Am 12. Januar 1962

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